Mobilitätswende in SPANDAU: Alles auf GRÜN

Unser Anspruch auf Mitgestaltung der Mobilitätswende

Wir, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Spandau, legen hiermit ein selbstständiges Verkehrskonzept für Spandau vor. Wir sind davon überzeugt, dass Spandau eine Mobilitätswende benötigt und diese auch politisch gestaltet werden muss. Dabei wollen auch wir gewährleisten, dass wie bisher auch jede*r Spandauer*in selbst entscheiden kann, welches Verkehrsmittel er oder sie nutzen möchte.
Hierbei wird es zu Veränderungen und Einschnitten in den verschiedenen Bereichen und Flächen der verschiedenen Verkehrsmittel kommen. Wir dürfen insbesondere nicht ignorieren, dass die verschiedenen Verkehrsmittel in einer Flächenkonkurrenz zueinander stehen. Wenn wir die Mobilität in Spandau umgestalten, einzelne Verkehrsmittel stärken und deren Strukturen ausbauen wollen, dann müssen wir die vorhandenen Flächen nutzen und umverteilen, da der Raum für Schaffung neuer Flächen nicht gegeben ist.

Unsere Kernanliegen

  1. Neuaufteilung der Verkehrsflächen – für eine lebenswertere Stadt
  2. Vorrang für die Schwächsten – für erhöhte Verkehrssicherheit
  3. Multimodale Vernetzung – attraktiver Anschluss für Stadtrand und Umland
  4. Erschwinglicher und kleinräumiger ÖPNV – für sozial gerechte Mobilität
  5. Intelligente Verkehrslenkung – für besseren Verkehrsfluss und weniger Frust
  6. Bauliche Eingriffe statt Regeln ohne Kontrolle – für mehr Verlässlichkeit

Beim Motorisierten Individualverkehr – also bei den PKW-Nutzer*innen – sind Flächeneinbußen unumgänglich, wenn wir Fuß- und Radverkehr ausbauen und den Öffentlichen Personennahverkehr umbauen wollen. Das bisherige langsame und überfüllte Busnetz muss mit einem modernen und leistungsstarken schienengebundenen Netz auf eigenen Trassen entlastet werden.

Autoverkehr in Spandau wollen wir jedoch nicht abschaffen oder verbieten. Wichtig ist, dass der Verkehrsfluss per se nicht allein von der verfügbaren Fläche pro Verkehrsmittel abhängt, sondern ganz entscheidend von den Knotenpunkten und der dortigen Verkehrslenkung und -steuerung. Nur intelligente und flexible Verkehrslenkung ermöglicht besseren und insgesamt zügigeren Verkehrsfluss.

Dringend angehen müssen wir die Verkehrssicherheit: Zunehmend fühlen sich insbesondere die schwächsten Verkehrsteilnehmer*innen immer unsicherer im Straßenverkehr, ganz gleich ob als Fußgänger, Radfahrer oder motorisiert. Wir müssen die Sicherheit auf den Fuß- und Radwegen steigern, sowohl durch klare bauliche Trennungen als auch durch Schutz vor Behinderungen wie Falschparker*innen und anderen Gefährdungen. Neben den baulichen Veränderungen und Ideen werben wir für mehr Rücksichtnahme unter den verschiedenen Verkehrsteilnehmenden und wollen wo möglich oder nötig an gemeinsamen Lösungen arbeiten. Hierzu gehört für uns auch der Schutz der Fußgängerzonen vor motorisierten Verkehrsteilnehmenden.

Mobilität ist soziale Teilhabe. Daher muss das Angebot des ÖPNV jeden im Bezirk zu Hause erreichen – ganz gleich ob in Alt- und Neustadt, im Falkenhagener Feld oder in Kladow. Nur mit attraktiven und für jeden erschwinglichen Preisen ist auch für Haushalte mit geringen Einkommen gewährleistet, dass sie Mobilität in Anspruch nehmen können, ohne den Großteil ihres Einkommens in eigene PKW stecken zu müssen. „Ich bin aufs eigene Auto angewiesen“ muss zu einer Ausnahme werden – noch ist es der Regelfall.

Das Berliner Mobilitätsgesetz muss zügig auch im Bezirk umgesetzt werden. Die Pläne des Senats im Nahverkehrsplan werden wir unterstützen, an vielen Stellen für Spandau aber noch darüber hinausgehen. Vergessen wir dabei nicht, dass viele unserer Anliegen an den verschiedensten Orten in Berlin und darüber hinaus bereits erfolgreich umgesetzt sind und eine erleichterte Mobilität für alle bei höherer Lebensqualität zu vertretbaren Kosten ermöglichen!

1. Öffentlicher Personennahverkehr (ÖPNV)

Problemlagen heute:

  • Völlige Überlastung des ÖPNV-Knotens Bahnhof Spandau / Rathaus Spandau
  • Fehlender Umsteigekomfort am Bahnhof Spandau / Rathaus Spandau mit vielen Gefahrensituationen
  • U- und S-Bahnen enden am Bahnhof Spandau / Rathaus Spandau bzw schon in Ruhleben (U2)
  • Überfüllte Busse, die noch dazu permanent im Stau stehen
  • Völlig unzureichender ÖPNV-Anschluss des Spandauer Nordens (Hakenfelde, Wasserstadt) und Südens (Gatow, Kladow, Groß Glienicke)

Erforderliche Maßnahmen:

  • Zügige Wiedereinführung eines Spandauer Straßenbahnnetzes („Insellösung“)
  • Verlängerung und Ausbau der S-Bahn bis Falkensee/Nauen
  • Verlängerung der Siemensbahn bis Hakenfelde
  • Verlagerung der freiwerdenden Buslinien zum Anschluss der Stadtrandgebiete
  • Attraktive Umsteigeangebote für Pendler aus dem Umland – P+R, Anpassung der VBB-Tarifzonen

2. Radverkehr in Spandau

Problemlagen heute:

  • Regelmäßige Fahrradunfälle mit Todesfolge
  • Zahlreiche Engpässe und Gefahrenstellen
  • Fehlender Fahrkomfort durch schlechten Wegezustand
  • Fehlende großräumige Trassenkorridore vom Umland bis in die Berliner Innenstadt
  • Fehlende Infrastruktur: Abstellpunkte, Vernküpfung mit ÖPNV und CarSharing

Erforderliche Maßnahmen:

  • Bauliche Trennung vom motorisierten Verkehr an Hauptstraßen und großen Kreuzungen (Protected Bike Lanes, Protected Intersections)
  • Attraktives bezirkliches Radwegenetz mit Anschluss an die Berliner Radschnellwege und das Radknotennetz im Umland
  • Technische und bauliche Schutzmaßnahmen: separate Ampelphasen, Schwellen für den Autoverkehr an Einmündungen, verbindliche Abbiegeassistenten in LKW

Hier kommen Sie zu unserem ausführlichen Radkonzept für Spandau

3. Fußverkehr in Spandau

Problemlagen heute:

  • Zahlreiche Engpässe und Gefahrenstellen
  • Fehlende Barrierefreiheit an vielen Kreuzungen und Übergängen
  • Nutzungskonflikte v. a. mit Radverkehr, E-Scootern usw.

Erforderliche Maßnahmen:

  • Bessere bauliche Gestaltung v. a. der Kreuzungsbereiche: bessere Einsehbarkeit, Barrierefreiheit durch durchgezogene Bürgersteige
  • Ausreichende Beleuchtung auch in Grünanlagen
  • Fußgängergerechte Ampelphasen
  • Neugestaltung der Fußwege als städtischer Lebensraum: Möblierung, Begrünung, Beschattung

4. Motorisierter Individualverkehr & Wirtschaftsverkehr

Problemlagen heute:

  • Ausufernder MIV mit hohem Stauaufkommen
  • Unzureichende Verkehrslenkung für besseren Verkehrsfluss
  • Schlecht geregelter Liefer- und Wirtschaftsverkehr selbst in geschützten Bereichen wie Fußgängerzonen und Wohngebieten

Erforderliche Maßnahmen:

  • Ausweitung der autofreien Kieze / Fußgängerzonen
  • Schließung der Wohngebiete für Verkehr ab 2.8 t
  • Flächendeckend Tempo 30 in Spandau
  • Intelligente Verkehrslenkung auf den Ein- und Ausfallstraßen für besseren Verkehrsfluss
  • Attraktive ÖPNV-Angebote zur Reduktion des Pendler-MIV aus dem Umland
  • Zentrale Umschlagstellen für den Lieferverkehr

 

Unser vollständiges Mobilitätskonzepte finden Sie hier zum downloaden

Unser Straßenbahnkonzept finden sie hier zum downloaden